Wir von UltraViolet veranstalten mit Unterstützung anderer emanzipatorischen Gruppen anlässlich des Weltfrauentages am 8. März eine Offensive gegen patriarchale und zweigeschlechtliche Strukturen, für eine selbstbestimmte Sexualität und für ein selbstbestimmtes Leben.
Who the fuck is gender?
Seit vielen Jahren kämpfen vor allem Frauen für ihre Rechte. Dabei standen und stehen der Befreiung und Selbstbestimmung der Frau und allen anderer Geschlechter patriarchale Strukturen im Weg. Patriarchale Strukturen heißt, dass es nicht einzelne Menschen sind, die an dieser Scheiße schuld sind, sondern strukturelle Ungerechtigkeiten, die dafür sorgen, dass mensch sich immer noch nicht so richtig frei fühlt. Aus diesem Grund tanzen wir am 12.März auf der Straße!
Diese Strukturen sind aber keine naturgegebene Sache, sondern gesellschaftlich konstruiert und damit auch abschaffbar- indem Menschen nicht einfach so weiterleben, sondern sich gegen diese Strukturen wehren und versuchen diese aufzubrechen.
Zwar kann frau heute auch Bundeskanzlerin werden, Miniröcke tragen und führende Positionen in der Arbeit einnehmen, doch die traditionellen Rollenbilder von biertrinkenden Männern, die sich mit Politik beschäftigen und Frauen, die in Kosmetikstudios und beim Kochen ihr „wahres Glück“ finden, halten sich hartnäckig. Wir wollen nicht nur die Möglichkeit haben, Bundeskanzlerin zu werden, was einem als Frau heute immer noch schwer gemacht wird, wir wollen eine befreite Gesellschaft.
Schon die Unterteilung in zwei Geschlechter bedeutet Zwang, weil sie Kategorien aufmacht, in die Menschen gezwungen werden, reinzupassen. Wer nicht in das vorherrschende Rollenbild passt, hat mit Repressionen zu rechnen, wie etwa gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Diese Geschlechterrollen sind nicht rein zufällig festgelegt worden, sondern historisch den gesellschaftlichen Verhältnissen angepasst. So wird in eine „produktive- männliche“ Ebene und eine „reproduktive-weibliche“ Ebene unterteilt. Die Frau übernimmt Aufgaben wie etwa Kindererziehung, weil dies im Kapitalismus die günstigste Lösung ist. Schließlich bekommen Frauen kein Geld dafür, dass sie Kinder erziehen, kochen und die Wohnung sauber halten. Im Beruf bekommen Frauen in fast allen Jobs für die gleiche Arbeit weniger Geld als Männer. Und, dank der gemachten Geschlechterrollen („Frauen sind ja so sozial und kümmern sich gern um alles“), die mensch schon früh „lernt“ sind es meistens Frauen, die die Jobs machen, in denen es wenig Geld gibt (z.B. Erzieherinnen, Krankenschwestern etc.)und in den Jobs, die typischerweise von Frauen ausgeübt werden, verdient mensch weniger. Doch selbst, wenn es irgendwann erreicht ist, dass keine Unterscheidung in Geschlechter mehr gemacht wird und es also keine Rolle mehr spielt, ob ich als Mann oder Frau in einem Job arbeite und wer die „reproduktive“ Arbeit leistet, ist damit noch keine freite Gesellschaft erreicht. Denn die Befreiung der Frau hängt direkt mit der Befreiung aller von jeglicher Unterdrückung zusammen und für eine freie Gesellschaft müssen auch alle anderen Formen von Herrschaft abgeschafft werden.
Wir wollen keine Welt mehr, in der Heterosexualität als „Norm“ gilt und Anfeindungen gegen Schwule, Lesben, Intersexuelle, Transgender und alle anderen, die nicht der gesellschaftlichen Geschlechternorm entsprechen, zum Alltag gehört.
Mackern und anderen Sexisten den Boden entziehen – Patriarchale Strukturen angreifen!
Weil es im Leben um mehr geht als Antifaltencreme!!!
